Ingenieur deckt auf: Wärmepumpen verschwenden viel mehr Energie als angegeben

Ein ingenieur stellte fest, dass seine pumpe für das tägliche warmwasser fast 1,2 kWh strom verbrauchte, obwohl niemand zu hause war. Das verrückte daran ist, dass fast die hälfte der energie für die warmwasserbereitung einfach nur dazu dient, den keller zu heizen, was ihr gerät in einen teuren heizkörper verwandelt. Doch was ist dieser versteckte stromfresser, den selbst die besten einstellungen nicht bändigen können? Die antwort liegt in einem oft übersehenen detail, das wir ihnen hier enthüllen.

Die schockierende wahrheit hinter dem stromverbrauch ihres warmwassers

Die enthüllung begann für den ingenieurwissenschaftler andreas schmitz nach einem zweiwöchigen urlaub. Trotz seiner abwesenheit war der stromverbrauch unerklärlich hoch, was ihn sofort misstrauisch machte. Seine untersuchung führte ihn direkt zu seiner brauchwasserwärmepumpe, die für die erzeugung von warmwasser zuständig ist.

Dieses phänomen ist für viele haushalte ein stiller kostentreiber. Klaus müller, 48, it-techniker aus münchen, teilt eine ähnliche erfahrung: „ich war am verzweifeln! wir hatten in eine topmoderne wärmepumpe für unser warmwasser investiert, um zu sparen, aber die stromrechnung explodierte. ich dachte, wir hätten etwas grundlegend falsch gemacht.“ Die erfahrung von herrn schmitz zeigt, dass das problem oft nicht beim nutzer, sondern beim gerät selbst liegt.

Die pumpe verbrauchte konstant strom, obwohl kein warmwasser entnommen wurde. Dieser verbrauch lag sogar über den offiziellen herstellerangaben, ein klares alarmsignal für jeden besitzer. Die frage war nur: wo genau ging all diese energie verloren?

Die spurensuche: wo geht die energie für das warmwasser verloren?

Andreas schmitz begann eine methodische fehlersuche, um die ursache für den hohen energiebedarf seines warmwasser-systems zu finden. Er zog vier hauptverdächtige in betracht: die rohrleitungen, die zirkulation, den elektrischen stand-by-verbrauch oder den speicherbehälter selbst.

Schnell konnte er die ersten punkte ausschließen. Die rohrleitungen waren bereits gut gedämmt und die zirkulation war optimiert, um verluste zu minimieren. Auch der reine stand-by-betrieb der elektronik war mit nur 96 wattstunden pro tag vernachlässigbar gering. Damit blieb nur noch ein übeltäter übrig: der speicherbehälter des warmwasser-systems.

Das unsichtbare leck: wärmeverluste des speicherbehälters

Eine genauere untersuchung mit thermografischen aufnahmen bestätigte den schrecklichen verdacht. Die oberfläche des speichers war mehrere grad wärmer als die umgebungsluft im keller. Das bedeutet, dass der behälter kontinuierlich wärme an seine umgebung abgab – ein massiver wärmeverlust.

Die wärmepumpe musste diesen verlust permanent ausgleichen, indem sie immer wieder nachheizte, nur um die temperatur im tank konstant zu halten. Im grunde heizte die anlage für das warmwasser also ununterbrochen den keller mit. Schmitz fasste es treffend zusammen: „wenn die hälfte der energie nur den keller wärmt, dann ist das keine wärmepumpe mehr, sondern einfach ein sauteurer heizkörper.“

Auf das jahr hochgerechnet summierte sich dieser verlust auf schockierende 400 kWh. Bei einem strompreis von 0,35 euro pro kWh entspricht das einem finanziellen verlust von rund 140 euro pro jahr – geld, das buchstäblich in der luft verpufft, anstatt für heißes wasser zur verfügung zu stehen.

Die lösung, die hersteller verschweigen: eine einfache dämmung

Frustriert von der ineffizienz seiner anlage für warmwasser, beschloss der ingenieur, die sache selbst in die hand zu nehmen. Er kaufte acht zentimeter dicke neoporplatten, ein hochwirksames dämmmaterial, und montierte eine zusätzliche isolierschicht um den gesamten speicherbehälter.

Diese maßnahme ist überraschend einfach und erfordert kein spezialwerkzeug. Es geht darum, eine zusätzliche barriere zu schaffen, die den wärmefluss vom inneren des tanks nach außen drastisch reduziert. Die logik dahinter ist simpel: je weniger wärme entweicht, desto seltener muss die wärmepumpe arbeiten, um das warmwasser auf temperatur zu halten.

Die ergebnisse: messbare einsparungen und höhere effizienz

Die wirkung war sofort messbar und beeindruckend. Nach der installation der zusatzdämmung sank der tägliche stromverlust um rund ein drittel, also um 0,4 kWh. Um das in perspektive zu setzen: Das ist so viel energie, wie ein wasserkocher in 15 minuten oder ein ofen beim aufbacken einer pizza verbraucht. Energie, die nun täglich gespart wird.

Die materialkosten für diese optimierung beliefen sich auf nur etwa 80 euro. Schmitz rechnete schnell aus, dass sich diese investition durch die eingesparten stromkosten in weniger als zwei jahren amortisieren würde. Ein unschlagbares argument für jeden, der seine kosten für warmwasser senken will.

Doch der vorteil war nicht nur finanzieller natur. Die effizienz der gesamten anlage verbesserte sich erheblich. Die sogenannte jahresarbeitszahl (jaz), ein maß für die effizienz, stieg von einem schwachen wert von 1,6 auf respektable 2,2. Das bedeutet, dass die anlage nun für die gleiche menge strom deutlich mehr warmwasser erzeugt.

ParameterOhne ZusatzdämmungMit Zusatzdämmung
Täglicher Standby-Verlustca. 1,2 kWhca. 0,8 kWh
Jährlicher Standby-Verlustca. 400 kWhca. 265 kWh
Jährliche Standby-Kosten (bei 0,35 €/kWh)ca. 140 €ca. 93 €
Jahresarbeitszahl (JAZ)1,62,2

Ein branchenweites problem bei der warmwasserbereitung?

Die entscheidende frage ist nun: handelt es sich bei dem fall von andreas schmitz um einen einzelfall oder steckt dahinter ein größeres problem, das tausende besitzer von wärmepumpen für warmwasser betrifft?

Experten wie martin hundhausen, professor am institut für physik der kondensierten materie an der tu braunschweig, äußern einen klaren verdacht. Obwohl er nicht jedes gerät auf dem markt prüfen konnte, deuten die datenblätter vieler hersteller in eine ähnliche richtung.

Seine vermutung ist, dass hersteller bei der dämmung der speicherbehälter oft sparen. Eine dünnere isolierung ist günstiger in der produktion, was den verkaufspreis senkt. Die langfristigen betriebskosten, also der hohe stromverbrauch für das warmwasser, trägt am ende jedoch der kunde.

Was sie jetzt für ihr warmwasser tun können

Wenn sie den verdacht haben, dass auch ihre wärmepumpe ein stiller stromfresser ist, sollten sie aktiv werden. Der erste schritt ist eine einfache überprüfung: Fühlen sie die außenseite ihres warmwasser-speichers. Ist er spürbar warm, ist das ein klares zeichen für wärmeverlust.

Die nachrüstung einer zusätzlichen dämmschicht ist eine der kosteneffektivsten maßnahmen, um die leistung ihrer anlage zu verbessern und ihre stromrechnung zu senken. Die effizienz ihres systems zur bereitstellung von warmwasser hängt maßgeblich von dieser oft übersehenen komponente ab.

Warum verbraucht meine Warmwasser-Wärmepumpe im Standby so viel Energie?

Die häufigste Ursache ist eine unzureichende Dämmung des Speicherbehälters. Dadurch geht kontinuierlich Wärme an die Umgebung verloren, und die Pumpe muss ständig nachheizen, um die eingestellte Wassertemperatur zu halten.

Wie kann ich testen, ob mein Speicherbehälter Wärme verliert?

Ein einfacher Test ist, die Außenfläche des Behälters vorsichtig mit der Hand zu berühren. Fühlt sie sich spürbar wärmer an als die Umgebungstemperatur im Raum, findet ein signifikanter Wärmeverlust statt. Eine Thermografiekamera kann das Problem exakt visualisieren.

Ist das Anbringen einer zusätzlichen Dämmung am Warmwasser-Speicher kompliziert?

Nein, es ist eine relativ einfache Heimwerkeraufgabe. Dämmmaterialien wie Neopor- oder Armaflex-Platten können zugeschnitten und um den Tank gelegt werden. Die Kosten von etwa 80 Euro amortisieren sich durch die Energieeinsparung oft schon in weniger als zwei Jahren.

Verbessert eine bessere Dämmung auch die Effizienz der gesamten Anlage?

Ja, erheblich. Indem die Wärmeverluste reduziert werden, muss die Wärmepumpe seltener laufen. Dies verbessert die Jahresarbeitszahl (JAZ), was bedeutet, dass die Anlage aus jeder Kilowattstunde Strom mehr Wärme für Ihr Warmwasser erzeugt.

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