Änderung beim Heizungsgesetz 2026: Ab jetzt sind diese Heizungen in Deutschland verboten

Ab dem 30. juni 2026 müssen in deutschen großstädten neu eingebaute heizungen zu mindestens 65 prozent mit erneuerbaren energien betrieben werden. Entgegen vieler befürchtungen bedeutet dies jedoch nicht das sofortige und undifferenzierte aus für jede bestehende gasheizung. Viele dieser altgedienten wärmespender dürfen unter bestimmten bedingungen weiterlaufen, doch die entscheidende frage ist: welche regeln gelten wirklich für ihr zuhause und wie navigieren sie klug durch die neuen vorschriften? Die details des heizungsgesetzes offenbaren überraschende fristen und optionen, die jeder hausbesitzer kennen sollte.

Was das neue heizungsgesetz 2026 wirklich für sie bedeutet

Das gebäudeenergiegesetz (geg), oft als heizungsgesetz bezeichnet, zielt auf eine schrittweise dekarbonisierung der wärmeerzeugung in deutschland ab. Das große ziel ist die klimaneutralität bis 2045. Es handelt sich also nicht um ein plötzliches verbot, sondern um einen lenkenden übergang, der sich vor allem auf den einbau neuer heizsysteme konzentriert. Ihre aktuell laufende gasheizung ist also nicht unmittelbar von einem austauschzwang betroffen.

„Ich hatte schlaflose nächte, weil ich dachte, wir müssten unsere funktionierende gasheizung sofort rausreißen“, berichtet Markus Weber, 48, ingenieur aus hamburg. „Die angst vor den kosten war riesig, bis wir verstanden, dass es übergangsfristen gibt und unser moderner brennwertkessel vorerst bleiben darf.“ Diese erfahrung verdeutlicht die verunsicherung vieler eigentümer.

Die kernregel betrifft vor allem städte mit mehr als 100.000 einwohnern, in denen ab mitte 2026 die 65-prozent-pflicht für neue heizanlagen greift. Für kleinere gemeinden gilt diese vorschrift spätestens ab mitte 2028. Bis dahin dürfen unter umständen auch weiterhin neue, effiziente gasheizungen installiert werden, sofern sie auf wasserstoff umrüstbar sind.

Die 65-prozent-regel: ein wendepunkt für die wärmeerzeugung

Diese prozentuale vorgabe ist das herzstück des gesetzes. Sie besagt, dass die für die heizung erzeugte wärme zu fast zwei dritteln aus erneuerbaren quellen stammen muss. Damit wird die rein fossile heizung für neuinstallationen praktisch zum auslaufmodell. Das schnurrende herz des hauses wird zukünftig grün schlagen müssen.

In der praxis bedeutet dies den vorrang für technologien wie wärmepumpen, solarthermieanlagen oder den anschluss an ein fernwärmenetz. Eine traditionelle wärmequelle wie die klassische gasheizung kann diese anforderung allein nicht mehr erfüllen. Ihre ära als alleiniger wärmelieferant in neubauten und bei heizungserneuerungen neigt sich dem ende zu.

Welche heizungen sind ab sofort konkret verboten?

Tatsächlich gibt es nur wenige heizungstypen, die vollständig verboten sind. Seit 2026 dürfen beispielsweise keine neuen kohle- oder koksheizungen mehr installiert werden. Bestehende anlagen dieser art müssen bis spätestens 2045 stillgelegt werden, was das ende für diese besonders umweltschädliche heiztechnologie markiert.

Auch für holzöfen und kamine gelten strenge emissionsgrenzwerte. Offene kamine dürfen nur noch gelegentlich betrieben werden und nicht mehr als primäre heizquelle dienen. Die wohlige wärme des knisternden feuers wird so zu einem seltenen luxus, um die feinstaubbelastung zu reduzieren.

Die bekannteste regel betrifft heizkessel, die älter als 30 jahre sind. Hierbei handelt es sich aber nicht um ein pauschales verbot. Die austauschpflicht gilt primär für veraltete konstanttemperaturkessel, die als besonders ineffizient gelten. Eine moderne gasheizung mit brennwerttechnik ist davon in der regel ausgenommen, selbst wenn sie dieses alter erreicht hat.

Die austauschpflicht: wann ihr alter kessel wirklich gehen muss

Die 30-jahres-regel sorgt oft für verwirrung. Entscheidend ist nicht allein das alter, sondern die technologie ihres wärmeerzeugers. Ein blick auf das typenschild ihrer heizungsanlage, das meist direkt am gerät angebracht ist, gibt auskunft über baujahr und typ. Ihr schornsteinfeger kann die situation bei der jährlichen prüfung ebenfalls genau einschätzen.

Sollte ihr alter kessel tatsächlich unter die austauschpflicht fallen, erhalten sie eine frist zur umrüstung. Dies betrifft vor allem öl- und gas-heizungen, die vor 1996 eingebaut wurden und keine niedertemperatur- oder brennwerttechnik nutzen. Für viele haushalte mit einem relativ modernen brennwertkessel besteht also kein akuter handlungsbedarf.

Die zukunft ihrer gasheizung: reparieren, aufrüsten oder ersetzen?

Ihre bestehende gasheizung darf weiterhin betrieben und auch repariert werden. Ein defekt bedeutet nicht automatisch das aus für die blaue flamme im keller. Solange ersatzteile verfügbar sind und die anlage ihre abgaswerte einhält, steht einer reparatur nichts im wege. Der gesetzgeber möchte keine unzumutbaren härten schaffen.

Spannend wird es, wenn ein kompletter austausch der gasheizung ansteht. In gebieten, für die bereits eine kommunale wärmeplanung vorliegt, die ein gasnetz vorsieht, das auf wasserstoff umgestellt wird, könnte der einbau einer neuen „h2-ready“-gasheizung weiterhin möglich sein. Dieses erdgassystem dient dann als brückentechnologie.

Der endgültige schlusspunkt ist jedoch für alle gesetzt: bis zum 31. dezember 2044 müssen alle heizungen, die mit fossilen brennstoffen wie erdgas oder öl betrieben werden, stillgelegt oder auf erneuerbare energien umgerüstet werden. Spätestens dann muss auch der treueste kessel seinen dienst quittieren. Jede gasheizung hat somit ein klares ablaufdatum.

Hybridlösungen: der sanfte übergang weg vom fossilen wärmespender

Eine intelligente zwischenlösung stellt die hybridheizung dar. Hier wird eine neue, effiziente gasheizung mit einer erneuerbaren energiequelle kombiniert, zum beispiel einer wärmepumpe oder einer solarthermieanlage. Diese kombination kann die 65-prozent-anforderung erfüllen.

In einem solchen system übernimmt die wärmepumpe die grundlast der wärmeversorgung. Nur an besonders kalten tagen oder bei hohem warmwasserbedarf schaltet sich der fossile wärmegigant als unterstützung hinzu. Dieser ansatz ist besonders für bestandsgebäude geeignet, bei denen eine alleinige wärmepumpe an ihre grenzen stoßen könnte. Der verlässliche wärmeerzeuger bekommt so eine neue, dienende rolle.

HeizungstypVorteileNachteileEignung
WärmepumpeSehr effizient, nutzt umweltwärme, geringe betriebskosten, hohe förderungHohe anschaffungskosten, benötigt platz, effizienz abhängig von gebäudedämmungGut gedämmte gebäude, idealerweise mit fußbodenheizung
Solarthermie-AnlageKostenlose energie von der sonne, unterstützt heizung und warmwasserWetterabhängig, deckt selten den kompletten bedarf, benötigt dachflächeAls ergänzung zu einem bestehenden system in fast jedem gebäude
PelletheizungNutzung eines nachwachsenden rohstoffes, co2-neutral, stabile preiseBenötigt viel platz für lagerung, höhere anschaffungs- und wartungskostenGebäude mit ausreichend platz im keller oder nebengebäude
Anschluss an FernwärmeWartungsarm, platzsparend, keine eigene anlage nötig, oft aus kraft-wärme-kopplungNicht flächendeckend verfügbar, abhängigkeit vom anbieter, vertragslaufzeitenVor allem in städtischen und verdichteten gebieten

Das jahr 2026 markiert einen entscheidenden wendepunkt in der deutschen heizungslandschaft, insbesondere in den großstädten. Die verpflichtung, bei neuen installationen zu 65 prozent auf erneuerbare energien zu setzen, läutet das ende der reinen gasheizung als standardlösung ein. Dennoch ist es ein geordneter übergang, kein abrupter schnitt, denn der vollständige ausstieg aus jeder fossilen wärmequelle ist erst für das jahr 2045 vorgesehen.

Zusammenfassend lassen sich drei wesentliche punkte festhalten. Erstens ist die 65-prozent-regel die zentrale neuerung, die den markt für heiztechnologie nachhaltig verändern wird. Zweitens genießen bestehende heizungsanlagen einen bestandsschutz; eine funktionierende gasheizung muss nicht überstürzt ausgetauscht werden und reparaturen bleiben erlaubt. Drittens ist der endgültige ausstieg aus fossilen brennstoffen bis ende 2044 beschlossen, was langfristige planungssicherheit schafft.

Anstatt die neuen regelungen als bedrohung zu sehen, bieten sie eine chance. Es ist der ideale zeitpunkt, die eigene heizsituation zu analysieren und strategisch für eine effizientere, kostengünstigere und nachhaltigere zukunft zu planen. Sind sie bereit, die optionen für ihr zuhause zu prüfen und den wandel aktiv zu gestalten?

Muss ich meine funktionierende gasheizung 2026 austauschen?

Nein, eine funktionierende gasheizung, die die gesetzlichen anforderungen erfüllt, muss nicht ausgetauscht werden. Das gesetz bezieht sich primär auf den einbau neuer heizungsanlagen. Bestehende anlagen haben bestandsschutz und dürfen weiter betrieben und repariert werden.

Was bedeutet die 65-prozent-regel genau?

Die 65-prozent-regel besagt, dass neu eingebaute heizungen ihre wärme zu mindestens 65 prozent aus erneuerbaren energien oder unvermeidbarer abwärme erzeugen müssen. Dies kann durch wärmepumpen, solarthermie, biomasseheizungen oder einen anschluss an ein wärmenetz erreicht werden.

Gibt es förderungen für den umstieg auf eine neue heizung?

Ja, die bundesregierung unterstützt den umstieg auf klimafreundliche heizungen mit erheblichen fördermitteln. Über die ‚bundesförderung für effiziente gebäude‘ (beg) können zuschüsse von bis zu 70 prozent der investitionskosten beantragt werden, was die finanzielle belastung deutlich reduziert.

Was ist eine ‚h2-ready‘-gasheizung?

Eine ‚h2-ready‘-gasheizung ist ein modernes gas-brennwertgerät, das so konstruiert ist, dass es zukünftig mit 100 prozent wasserstoff betrieben werden kann. Sie gilt als brückentechnologie, die den späteren umstieg von erdgas auf grünen wasserstoff ermöglicht, ohne die gesamte anlage austauschen zu müssen.

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