Heizstab spart massig Energie: Ist er die bessere Alternative zur Solarthermie?

Eine einfache Heizelement-Lösung kann bis zu 90 % ihres Warmwasserbedarfs im Sommer decken, und das rein mit Sonnenenergie. Überraschenderweise ist diese Methode mittlerweile oft günstiger in der Anschaffung als eine klassische Solarthermie-Anlage. Doch wie kann eine simple elektrische Komponente eine etablierte Technologie wie die Solarthermie übertreffen, die speziell für die Wärmeerzeugung entwickelt wurde? Das Geheimnis liegt in einer intelligenten und flexiblen Nutzung von Solarstrom, die die größten Kostenfaktoren einfach umgeht.

Der überraschende aufstieg des PV-heizstabs: eine echte bedrohung für die solarthermie?

Angesichts unaufhaltsam steigender Energiepreise suchen Hausbesitzer verzweifelt nach Wegen, um ihre Kosten zu senken und unabhängiger zu werden. Lange galt die Solarthermie als die erste Wahl, um mit Sonnenkraft Wasser zu erwärmen. Sie ist eine bewährte, robuste Technik, die direkt Wärme erzeugt – ein logischer Ansatz.

Doch der Technologiemarkt steht niemals still. Eine neue Kombination fordert die Vormachtstellung der Solarthermie heraus: eine Photovoltaik-Anlage mit einem simplen Heizstab. Markus Schmidt, 48, Ingenieur aus München, erzählt: „Ich war schockiert, als ich die Installationskosten für eine neue Solarthermie sah. Dann entdeckte ich diese Heizstab-Lösung und meine Stromrechnung für Warmwasser ist im Sommer praktisch auf null gefallen. Eine unglaubliche Erleichterung!“ Diese Erfahrung zeigt, dass die emotionale Last hoher Rechnungen eine Alternative zur Solarthermie dringend erforderlich macht.

Wie funktioniert die kombination aus photovoltaik und heizstab?

Das Prinzip ist genial einfach. Anstatt spezielle Sonnenkollektoren für die Solarthermie zu installieren, nutzt man herkömmliche PV-Module. Diese erzeugen Gleichstrom (DC), der über einen Energiemanager direkt an einen Heizstab weitergeleitet wird, der in den Warmwasserspeicher eingeschraubt ist.

Der Clou: Das System kommt ohne teuren Wechselrichter aus und ist als Inselanlage nicht mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. So wird sichergestellt, dass ausschließlich kostenloser, selbst erzeugter Solarstrom zur Wärmeerzeugung genutzt wird. Diese Unabhängigkeit ist ein gewaltiger Vorteil gegenüber der reinen Solarthermie.

Mit diesem Aufbau können in einem Einfamilienhaus im Sommer problemlos 90 % des Energiebedarfs für Warmwasser gedeckt werden. Es ist eine direkte Konkurrenz für jede Solarthermie-Anlage, die für den gleichen Zweck installiert wird.

Kosten und effizienz: der direkte vergleich zwischen solarthermie und heizstab-lösung

Hier hat sich das Blatt dramatisch gewendet. Während eine Solarthermie früher als die günstigere Option galt, haben gestiegene Installationskosten das Bild verändert. Die Montage der Kollektoren und der komplexen Rohrleitungen einer thermischen Solaranlage ist personalintensiv und teuer geworden.

Gleichzeitig sind die Preise für PV-Module durch Massenproduktion drastisch gefallen. Ein Heizstab selbst kostet oft nur wenige hundert Euro. In der Summe ist die Installation einer kleinen PV-Anlage nur für die Warmwasserbereitung oft günstiger als eine komplette Solarthermie-Anlage.

Die amortisationsrechnung, die alles verändert

Die entscheidende Frage für jeden Hausbesitzer ist: Wann rechnet sich die Investition? Für die PV-Heizstab-Lösung wird eine Amortisationszeit von nur acht bis zehn Jahren prognostiziert. Dies ist ein unglaublich attraktiver Wert, der die Entscheidung erleichtert.

Eine moderne Solarthermie hat es schwer, bei den aktuellen Anschaffungskosten eine ähnlich schnelle Amortisation zu erreichen. Wenn eine Lösung wie der Heizstab fast 90 % des sommerlichen Bedarfs deckt und sich schneller bezahlt macht, wird die Argumentation für die traditionelle Solarthermie immer schwieriger.

Flexibilität: der entscheidende vorteil gegenüber der klassischen solarthermie

Der wohl größte Nachteil der Solarthermie ist ihre Inflexibilität. Sie kann nur eines: Wärme erzeugen. Ist der Wärmespeicher voll, verpufft die überschüssige Sonnenenergie ungenutzt auf dem Dach. Ein frustrierender Gedanke an heißen Sommertagen.

Eine Photovoltaik-Anlage hingegen produziert Strom – die universellste Energieform überhaupt. Wird der Strom nicht für die Warmwasserbereitung mit dem Heizstab benötigt, kann er für unzählige andere Zwecke im Haushalt genutzt werden: für die Waschmaschine, zum Laden des E-Autos oder zur Einspeisung ins Netz. Diese Flexibilität kann eine Solarthermie niemals bieten.

KriteriumPV-Anlage mit HeizstabKlassische Solarthermie
AnschaffungskostenOft niedrigerOft höher (wg. Installation)
FlexibilitätSehr hoch (Strom vielseitig nutzbar)Niedrig (nur Wärmeerzeugung)
DIY-InstallationJa (bei Inselanlagen)Nein (Fachpersonal nötig)
Sommer-Effizienz (WW)Bis zu 90 %Vergleichbar hoch
AmortisationszeitCa. 8-10 JahreOft länger
Ganzjähriger NutzenStromerzeugung auch im WinterGeringerer Wärmeertrag im Winter

Warum die starre natur der solarthermie zum problem wird

Die Energie aus einer Solarthermie-Anlage ist in einem geschlossenen System gefangen. Sie können damit nicht ihren Laptop betreiben oder das Licht einschalten. In einer Zeit, in der intelligentes Energiemanagement und Sektorenkopplung immer wichtiger werden, wirkt die Solarthermie wie eine Technologie aus einer anderen Ära.

Der moderne Hausbesitzer möchte die Kontrolle über seine Energieflüsse. Die PV-Heizstab-Lösung fügt sich perfekt in dieses Bild ein, während die Solarthermie isoliert danebensteht. Die Zukunft ist elektrisch, und das stellt die reine Solarwärme vor eine riesige Herausforderung.

Ist die ära der solarthermie also vorbei?

Man sollte die Solarthermie nicht vorschnell abschreiben. Für bestimmte Anwendungen, etwa zur Heizungsunterstützung in sehr gut gedämmten Neubauten mit großen Kollektorflächen, hat sie weiterhin ihre Berechtigung. Doch ihre Rolle als Standardlösung für die reine Warmwasserbereitung wankt bedenklich.

Der PV-Heizstab hat sich als extrem potenter Konkurrent erwiesen. Besonders für die Nachrüstung oder für Haushalte, die ohnehin über eine PV-Anlage nachdenken, ist er die logische Wahl. Warum zwei getrennte Systeme auf dem Dach installieren – Sonnenkollektoren für die Solarthermie und PV-Module für Strom – wenn ein System beide Aufgaben effizient erledigen kann?

Der entscheidende faktor: ihr persönlicher anwendungsfall

Die Entscheidung hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Wenn Sie bereits eine PV-Anlage besitzen, ist die Nachrüstung eines Heizstabs eine der günstigsten und effektivsten Methoden zur Nutzung von Überschussstrom. Es ist ein absoluter „No-Brainer“.

Wenn Sie bei null anfangen, bietet die Kombination aus Photovoltaik und Heizstab eine zukunftssichere und flexiblere Plattform als eine reine Solarthermie-Anlage. Der Trend ist eindeutig: Die klassische Solarthermie entwickelt sich von der Standardlösung zu einem Nischenprodukt für Spezialfälle. Der Kampf „Solarthermie gegen PV“ scheint im Bereich Warmwasser entschieden zu sein.

Kann ich einen heizstab in meinen vorhandenen warmwasserspeicher einbauen?

Ja, in den meisten Fällen ist das problemlos möglich. Viele moderne speicher haben bereits einen freien anschluss (flansch) für ein solches heizelement. Die nachrüstung ist oft eine einfache und kostengünstige maßnahme.

Beziehe ich mit dem heizstab nicht teuren strom aus dem netz?

Nicht mit dem hier beschriebenen system einer insel-pv-anlage. Ein intelligenter energiemanager stellt sicher, dass der heizstab ausschließlich mit überschüssigem, kostenlosem solarstrom betrieben wird. Er wird nur dann aktiviert, wenn die batterie voll ist und kein anderer verbraucher den strom benötigt.

Ist eine solarthermie-anlage im winter völlig nutzlos?

Nicht völlig nutzlos, aber ihre effizienz sinkt dramatisch. Sie kann das kalte wasser für die heizung vorwärmen und so etwas energie sparen, wird aber bei weitem nicht den gesamten bedarf decken können. Eine pv-anlage produziert zwar auch weniger strom, dieser ist aber für den haushalt weiterhin wertvoll.

Warum war solarthermie früher so viel beliebter als die pv-heizstab-lösung?

Der grund liegt in den Kosten. Vor einem jahrzehnt waren pv-module noch extrem teuer, während die installation einer solarthermie vergleichsweise günstiger war. Inzwischen hat sich dieses verhältnis komplett umgekehrt: pv ist zur massenware geworden, während die fachgerechte installation einer solarthermie sehr kostenintensiv bleibt.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen