Warum wird Heizungsgesetz 2026 scharf gestellt? Aus für Gasheizungen in diesen 80 Städten

Ab dem 30. juni 2026 wird die 65-prozent-regel für neue heizungen in über 80 deutschen großstädten zur unumstößlichen pflicht. Was viele hausbesitzer jedoch nicht wissen: dieses datum ist kein willkürlicher stichtag der bundesregierung, sondern das direkte ergebnis eines riesigen städtischen puzzles, das gerade im hintergrund zusammengesetzt wird. Der schlüssel zu allem liegt in einem begriff, der bald jeden betreffen wird: die kommunale wärmeplanung. Doch wie genau bestimmt dieser lokale masterplan, ob ihre gasheizung eine zukunft hat, und was passiert, wenn ihre stadt ihre pläne vorlegt?

Was genau ist die kommunale wärmeplanung und warum ist sie so entscheidend?

Im grunde ist die kommunale wärmeplanung der strategische fahrplan ihrer stadt oder gemeinde für eine klimaneutrale wärmeversorgung. Sie analysiert den aktuellen zustand der gebäude und wärmenetze und entwirft einen weg in die zukunft.

Klaus Meier, 58, ingenieur aus München, sagt: „Ich war total verunsichert. Die nachrichten sprachen vom heizungsgesetz, aber die eigentliche bombe tickt hier bei uns im rathaus mit diesem städtischen energiekonzept.“ Seine sorge spiegelt die vieler wider: die entscheidung über die eigene heizung hängt plötzlich von der strategie der gesamten stadt ab.

Dieser zukunftsplan für wärme ist also weit mehr als nur ein dokument. Er ist das herzstück der städtischen wärmewende, das entscheidet, welche technologien wo gefördert werden. Statt einer bundesweiten gießkannen-regelung wird die energiewende so maßgeschneidert auf die lokalen gegebenheiten.

Dabei fungiert diese heizungsstrategie der gemeinde als eine art drehbuch für die energiewende vor ort. Sie legt fest, ob in ihrer straße ein fernwärmenetz ausgebaut wird, ob sich geothermie anbietet oder ob individuelle lösungen wie wärmepumpen die beste option sind.

Die gesetzliche grundlage: wie wärmeplanungsgesetz und geg zusammenspielen

Das gebäudeenergiegesetz (geg) und das wärmeplanungsgesetz sind wie zwei zahnräder, die ineinandergreifen. Das wärmeplanungsgesetz verpflichtet die städte, den bereits erwähnten fahrplan für die wärmewende zu erstellen.

Sobald eine stadt ihre kommunale wärmeplanung offiziell beschlossen hat, wird die 65-prozent-regel des geg für den einbau neuer heizungen scharf geschaltet. Ab diesem moment müssen neu installierte anlagen zu mindestens 65 prozent mit erneuerbaren energien betrieben werden.

Diese koppelung sorgt dafür, dass niemand ins blaue hinein investieren muss. Die blaupause für klimaneutrales heizen gibt den bürgern orientierung, welche heiztechnik in ihrem viertel langfristig wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.

Welche städte sind betroffen und welche fristen gelten?

Der gesetzgeber hat klare fristen gesetzt, bis wann die wärmepläne vorliegen müssen. Für großstädte mit mehr als 100.000 einwohnern tickt die uhr besonders laut: ihre frist endet am 30. juni 2026.

Dies betrifft rund 80 metropolen in ganz deutschland. Darunter fallen natürlich die größten städte wie Berlin, Hamburg, München und Köln, aber auch wichtige zentren wie Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund und Essen.

Doch auch mittelgroße städte, die über der 100.000-einwohner-marke liegen, müssen ihre kommunale wärmeplanung bis mitte 2026 fertigstellen. Städte wie Heidelberg, Freiburg, Ulm und Kassel müssen diesen masterplan für die städtische wärme ebenfalls fristgerecht vorlegen.

Was passiert in kleineren städten und gemeinden?

Für kommunen mit weniger als 100.000 einwohnern ist der druck etwas geringer. Sie haben bis zum 30. juni 2028 zeit, ihre wärmeplanung der gemeinden abzuschließen.

Allerdings ist dies eine „spätestens bis“-frist. Viele kleinere, engagierte gemeinden arbeiten bereits an ihrem konzept für eine nachhaltige wärmeversorgung und könnten es deutlich früher fertigstellen. Sobald der plan beschlossen ist, gilt auch dort die 65-prozent-regel sofort.

Für hausbesitzer in diesen gebieten bedeutet das: es ist wichtig, die entwicklungen in der eigenen gemeinde genau zu verfolgen. Die veröffentlichung des lokalen wärmekonzepts ist der startschuss für die neuen heizungsregeln.

Die 65-prozent-regel: was bedeutet das für ihre neue heizung?

Die berühmte 65-prozent-regel ist der kern des neuen heizungsgesetzes. Sie besagt, dass jede neu eingebaute heizung zu mindestens 65 prozent durch erneuerbare energien gespeist werden muss, sobald die kommunale wärmeplanung vorliegt.

Eine reine gas- oder ölheizung kann diese anforderung nicht erfüllen. Damit ist ihr einbau in den betroffenen gebieten nach dem stichtag faktisch ausgeschlossen. Das ist das signal, auf das die kommunale wärmeplanung hinarbeitet: der abschied von fossilen brennstoffen im heizungskeller.

Als erfüllungsoptionen gelten vor allem der anschluss an ein wärmenetz (fernwärme), die installation einer elektrischen wärmepumpe, eine biomasseheizung oder eine solarthermie-anlage. Dieses strategische instrument der wärmewende soll genau aufzeigen, welche dieser optionen bei ihnen am sinnvollsten ist.

Gibt es ausnahmen und übergangsfristen?

Ja, das gesetz sieht verschiedene ausnahmen vor. Bestehende, funktionierende heizungen sind nicht betroffen und dürfen weiterlaufen und auch repariert werden. Es geht ausschließlich um den einbau neuer anlagen.

Sollte eine alte gasheizung irreparabel kaputtgehen (havarie), gibt es übergangsfristen von bis zu fünf jahren, um eine passende lösung gemäß der kommunalen wärmeplanung zu finden. In dieser zeit darf übergangsweise auch eine gebrauchte gasheizung installiert werden.

Diese regelungen sollen soziale härten vermeiden und sicherstellen, dass die umsetzung dieses energiepolitischen kompasses für die bürger machbar bleibt. Das ziel ist eine geordnete transformation, kein abrupter zwang.

Ihre optionen als hausbesitzer: vorbereiten statt abwarten

Auch wenn die frist noch einige zeit entfernt scheint, ist es klug, sich schon jetzt mit den alternativen zu beschäftigen. Die kommunale wärmeplanung ist ein öffentlicher prozess. Informieren sie sich bei ihrer stadtverwaltung über den aktuellen stand.

Ein zentrales element vieler wärmepläne wird der ausbau von fernwärmenetzen sein. Wenn ihre immobilie in einem potenziellen ausbaugebiet liegt, könnte dies die einfachste und kostengünstigste lösung sein.

Liegt kein wärmenetz in der nähe, ist die wärmepumpe oft die technologie der wahl. Eine frühzeitige energieberatung kann klären, ob ihr haus dafür geeignet ist und welche sanierungsmaßnahmen eventuell notwendig sind. Dieser zukunftsplan für die wärmeversorgung ist letztlich eine orientierungshilfe für ihre persönliche investitionsentscheidung.

Einwohnerzahl der KommuneFrist für die WärmeplanungInkrafttreten der 65-%-Regel
Mehr als 100.000Spätestens 30. Juni 2026Automatisch nach beschluss der kommunalen wärmeplanung, spätestens ab 01.07.2026
Weniger als 100.000Spätestens 30. Juni 2028Automatisch nach beschluss der kommunalen wärmeplanung, spätestens ab 01.07.2028

Die rolle der förderung nicht unterschätzen

Der umstieg auf eine klimafreundliche heizung wird staatlich stark gefördert. Die bundesförderung für effiziente gebäude (beg) bietet zuschüsse von bis zu 70 prozent der investitionskosten.

Diese finanzielle unterstützung ist ein entscheidender baustein, um die ziele, die der leitfaden für die städtische energiewende vorgibt, sozialverträglich zu gestalten. Warten sie nicht, bis die pflicht greift, sondern nutzen sie die fördermittel, solange sie in dieser höhe verfügbar sind.

Die kommunale wärmeplanung soll sicherheit geben, aber die initiative muss am ende von den eigentümern kommen. Diese blaupause für die heizzukunft wird nur dann ein erfolg, wenn alle an einem strang ziehen. Die kommunale wärmeplanung ist somit auch ein gemeinschaftsprojekt.

Der gesamte prozess rund um die kommunale wärmeplanung ist ein gigantisches infrastrukturprojekt. Die wärmepläne der kommunen sind das fundament, auf dem die energiewende im gebäudesektor gebaut wird. Ohne diese detaillierte energie-landkarte wären zielgerichtete investitionen kaum möglich. Jeder lokale wärmeplan ist ein mosaikstein im gesamtbild der deutschen energiewende. Die kommunale wärmeplanung ist daher kein bürokratisches monster, sondern ein wegweiser in eine saubere zukunft. Die kommunale wärmeplanung ist die grundlage für die heizungswende und das herzstück der lokalen klimapolitik. Dieser strategische plan ist das, was die kommunale wärmeplanung im kern ausmacht. Das energetische nervensystem der stadt wird durch die kommunale wärmeplanung neu geordnet.

Muss ich meine funktionierende gasheizung 2026 ausbauen?

Nein, bestehende und funktionierende heizungen sind vom gesetz nicht betroffen. Die 65-prozent-regel gilt nur für den einbau von neuen heizungsanlagen, nachdem ihre kommune ihre kommunale wärmeplanung vorgelegt hat. Sie können ihre alte heizung weiter betreiben und auch reparieren lassen.

Was passiert, wenn meine stadt die wärmeplanung früher als 2026 fertigstellt?

Die 65-prozent-pflicht greift, sobald die kommunale wärmeplanung offiziell von der gemeinde beschlossen und veröffentlicht wird. Wenn ihre stadt also beispielsweise schon im frühjahr 2025 fertig ist, gelten die neuen regeln für den heizungstausch ab diesem zeitpunkt und nicht erst ab dem 30. juni 2026.

Wo kann ich mich über die wärmeplanung meiner stadt informieren?

Die erste anlaufstelle ist die webseite ihrer stadt oder gemeinde. Suchen sie dort nach begriffen wie ‚Kommunale Wärmeplanung‘, ‚Klimaschutz‘ oder ‚Energie‘. Oft sind die zuständigen ämter das stadtplanungsamt oder das umweltamt. Da es sich um einen öffentlichen prozess handelt, müssen die pläne zugänglich gemacht werden.

Welche heizungen erfüllen die 65-prozent-regel?

Zu den gängigsten lösungen gehören der anschluss an ein wärmenetz (fernwärme), die installation einer elektrischen wärmepumpe, eine heizung auf basis von biomasse (z.b. pellets) oder solarthermie. Auch hybridheizungen, die eine gasheizung mit einer wärmepumpe kombinieren, können unter bestimmten bedingungen die anforderungen erfüllen.

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